Kotau – zwischen Himmel und Erde

Ort: Bern

Aus der Sichtweise des Qi Gong begünstigt eine flexible sowie starke Wirbelsäule den geordneten Fluss von Qi, bereitet den Boden für spirituelle Arbeit und ermöglicht den Zugang zu höheren Bewusstseinsebenen.

Kursinhalt

Symbolbild

Deshalb sind eine Ausrichtung und Aufrichtung der Wirbelsäule gemeinsames Merkmal aller stillen und inneren Praktiken. Viele historische, spirituelle Wege, sowie traditionelle Religionen kennen eine Praxis der Ausrichtung des Menschen zwischen Himmel und Erde. Bekannt sind einfache Abfolgen von Bewegungen des Niedergehens und sich wieder Aufrichtens unter verschiedenen Bezeichnungen: Im Kaiserreich China bezeichnete Kotau den ehrerbietigen Gruss, im Buddhismus kennt man die Niederwerfung unter dem Namen Apacāyana, im Yoga wird der Sonnengruss praktiziert (sanskrit: Surya Namaskar), im Zen wird die Praxis Sampai genannt. Auch im Christentum (Prostratio) oder im Islam (Sadschda) kennt man diese Form der Ehrerbietung.

Aus Qi Gong-Sicht beinhalten diese Gesten oder Bewegungsabfolgen jenseits ihrer rituellen Bedeutung, alle Bestandteile des Wirbelsäulen-Qigongs. Wir finden Bewegungen des Beugens und Streckens, welche ein rhythmisches Öffnen und Schliessen der Gelenke hervorbringen. Es kann somit eine grundlegende Dynamik von Steigen und Sinken entstehen, die Pumpen des Körpers werden initiiert, miteinander verschaltet und synchronisiert. Ein kraftvoller und geordneter Fluss von Blut, Qi und Flüssigkeiten entsteht, Grundlage und Voraussetzung für innere Arbeit, stille Praxis und Meditation. Hier schliesst sich der Kreis zu den traditionellen spirituellen Praktiken: Die Geste soll nicht nur Ehrerbietung zeigen, sondern auch den Körper in einen Zustand bringen um gewisse Ebenen von Bewusstsein zu erreichen.

Alle Gelenke werden geöffnet, der Körper wird flexibel, das Gewebe geschmeidig und weich. So wird es erst möglich, uns «in die Tiefe» zu begeben. Flexibilität bedeutet hier Bereitschaft, Demut, Akzeptanz, Willensbekundung für tiefere Arbeit, Meditation.
Ausserdem wird durch die vielen Wiederholungen der Abfolge Stamina entwickelt. Diese Art von Kraft und Ausdauer wird in der stillen Arbeit genauso gebraucht wie Flexibilität und Offenheit.

In diesem Workshop werden wir die einzelnen Teile, Übungen und Inhalte des Kotau genauer kennen und ausführen lernen um sie dann zu einer fliessenden Abfolge zusammenzufügen. Der Kurs eignet sich hervorragend um seinem Rücken Gutes zu tun, den gesamten Haltungs- und Bewegungsapparat zu stärken, bewusster werden zu lassen und sich lebendiger und vitaler zu fühlen.

Wer die Arbeit weiterführen und vertiefen möchte ist herzlich eingeladen zum Workshop am Sonntag 5. Juli zum Thema «Wolkenhände», wo wir den kraftvollen Energiefluss in die wunderschöne Wolkenhände-Form führen und uns mit den Prinzipien und Bewegungsdynamiken des Taijiquan bekannt machen.

Zielgruppe: Alle Qi Gong-Interessierten, Qi-Gong Praktizierende, Körpertherapeuten…

Voraussetzung: offen für alle

Datum: 04.07.2020
Zeit: 09.30-16.30 (inkl. 2 Stunden Mittagspause)

Ort: Übungsraum Steigerhubel, Steigerhubelstrasse 65, Bern (UG)

Preis: 150.- (inkl. MwSt)

EMR anerkannte Weiterbildung

Anmeldung

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